Jaspis

Jaspis wird ebenso Mutter der Edelsteine genannt. Schon seit einigen tausend Jahren glauben die Menschen an die Stärke und Heilwirkung, die von ihm ausgehen. Diesen Edelstein bezeichnet man auch als Vogesit, Bayat, Iolanthit oder Jasper. Mehr über den Jaspis gibt es im folgenden Artikel. 

Entstehung und Fundorte des Jaspis

Durch die Auskristallisierung von kieselsäurehaltigen Lösungen entsteht Jaspis. Er ist eine feinkörnige und mikrokristalline Form von Quarz. Häufig sind bei diesem fremdartige mineralische Beimengungen zugesetzt. Der Edelstein ersetzt als Versteinerungsmaterial etwa bei versteinertem Holz dessen ursprüngliche organische Struktur. Jaspis bildet sich als feinkörniger Quarz aufgrund von Siliziumoxid, was durch den Boden sickert und Beimengungen aufnimmt. Wenn in dem Kristallgitter beispielsweise Mangan oder Eisen eingebaut sind, weist Jaspis eine rötliche bis bräunliche Färbung auf. Ton oder Lehm bewirkt eine gelbliche Farbe, während durch Chlorit Grüntöne entstehen. 

An vielen Orten kann der Jaspis gefunden werden. Als nennenswerte Vorkommen gelten Cornwall und Derbyshire in England, Schottland, Island, Böhmen in Tschechien, Elsass in Frankreich, Karawanken und Tirol in Österreich, Polen, Banská Bystrica in der Slowakei, Takab in Iran, Sambia, Erongo in Namibia, Südafrika, China, Tasmanien, Queensland und New South Wales in Australien, Neuseeland, China, Yukon, Quebec, New Brunswick und Nova Scotia in Kanada, Mato Grossa do Sul in Brasilien, Atacama in Chile, Michoacán in Mexiko, Kairo in Ägypten, Ecuador, Nebraska, Arizona, Alaska, Pennsylvania, Texas, Oregon, Sizilien, Korsika, Ochotsk und Jekaterinburg in Sibirien. In Deutschland gibt den Jaspis ihn unter anderem in Hessen, Kellerwald, Erzgebirge, Saarland, Markgräflerland und Harz. Am meisten kommt er in Geschieben und Kegeln vor, jedoch weniger häufig in nieren- und traubenförmigem Gestein. 

Den größten polierten Jaspis auf der ganzen Welt findet man als Schale in Sankt Petersburg in der Eremitage. Er hat eine Länge von 5,04 Metern und eine Breite von 3,22 Metern bei einem Gewicht von 19 Tonnen. In deutschen Sankt-Augustin-Hangelar befindet sich eine geschliffene Kugel, welche 2.850 Kilogramm wiegt. Selbst in dem Deutschen Edelsteinmuseum in Idar-Oberstein kann man eine 224 Kilogramm schwere Jaspis-Kugel bewundern, die über einen Durchmesser von mindestens einem halben Meter verfügt und aus einem Rohling geschliffen wurde, der 900 Kilogramm wiegt. 

Chemische Zusammensetzung des Jaspsis

Nur selten ist der Jaspis in seiner reinen Form zu finden. Er tritt viel öfter mit Opal oder Achat verwachsen auf. Fremdbeimengungen wie Manganhydroxid, Eisenoxid oder Tonerde kommen auch sehr oft vor. Aufgrund der veränderten Zusammensetzung variieren ebenso die physikalischen und chemischen Eigenschaften sowie die Farbe vom Jaspis. Prinzipiell gehört der Edelstein mit seiner chemischen Formel SiO2 zu der Mineralklasse der Oxide. Jaspis verfügt über ein trigonales Kristallsystem. Er weist auf der Mohsskala eine Härte zwischen 6,5 und sieben auf. Der Bruch des Edelsteins ist muschelig und keineswegs spaltbar. Das Stoffmengenverhältnis zu Metall beträgt 1:2. Jaspis bildet besonders kleine Kristalle, welche mit freiem Auge nicht erkennbar sind. 

Mythen und Geschichte über den Jaspis

Bei den alten Griechen, Römern und Ägyptern war der Jaspis sehr beliebt. Die griechischen Landsleute glaubten, dass er für Ausgeglichenheit beim Träger und für eine harmonievolle Schwangerschaft bei den Frauen sorgt. Jaspis-Amulette wurden von den Ägyptern getragen, da sie diese zur Steigerung des Geschlechtsverkehrs einsetzten. Zudem sah man diesen Edelstein als Regenmacher an. Man trug ihn auch, damit wilde Tiere und Albträume abgewehrt wurden. Bei den Ureinwohnern in Indien, in der arabischen Welt sowie in Nord- und Mittelamerika waren die Heilwirkungen vom gelben Jaspis auf Galle, Nieren und Leber bekannt. Von diesem Edelstein kann man auch in der Bibel lesen. Er war einer der Steine, mit dem das Amtsschild von Aaron bestückt wurde. Zudem gehört er zu den Edelsteinen, die in der Mauer im neuen Jerusalem zu finden sind. Außerdem steht geschrieben, dass Gott wie der feuerrote Jaspis aussieht. Schon im späten Mittelalter meinte Konrad Gesner, ein berühmter Naturforscher beim Jaspis, dass dieser vor der Brust ein Schild, in der Hand ein Schwert und unter den Füßen die Schlange sei. Mit diesem Satz hat der Wissenschaftler den Schutz vor Krankheiten sowie die Stärkung von Verstand, Geist und Herz ausgedrückt. 

Eigenschaften und besondere Merkmale des Jaspis

Vom Jaspis gibt es unzählige Varianten. Neben ihren verschiedenen Farben und Formen sind diese ebenso unterschiedlich gezeichnet. Oft stellt das auch einen Hinweis auf den Herkunftsort beziehungsweise Fundort dar. Denn die entsprechenden Beimengungen beeinflussen diese Aspekte erheblich. Letztlich ist der Achatjaspis ein Gestein, der aus Achat und Jaspis besteht. Er ist grün, braun und gelb gestreift. Eine ziegelrote und ockergelbe bis braune Farbe hat der Ägyptische Jaspis, welcher oft geflammt oder gestreift ist. Wie man bereits vom Namen entnehmen kann, kommt er aus Ägypten, genauer gesagt aus dem Geröll vom Nil. In Australien und Südafrika ist der Bilderjaspis zu finden. Aufgrund seiner braunen Farbe mit einer schwarzen Maserung beeindruckt er und ist besonders vielfältig. Der Kellerwaldachat ist ein roter und weiß geräderter Jaspis. Die rosafarbene Variante wird als Mookait bezeichnet. Bei dieser ist eine wolkenartig gebänderte Struktur erkennbar. Mookait wird in erster Linie in Australien abgebaut. Nunkirchner Jaspis gibt es in Nunkirchen. Hier geht es um eine weißgraue Variante des Edelsteins, welche man gerne blau einfärbt. Daraufhin bildet sich eine Imitation von Lapislazuli. Der Ozean-Jaspis wird bei einer Mine in Madagaskar abgebaut. 

Bedeutung des Jaspis

Aus dem Griechischen abgeleitet bedeutet Jaspis gesprenkelter Stein. In der heutigen Zeit gilt er als einer der wichtigsten Heilsteine. Man kann ihn leicht mit dem Achat verwechseln. Er lässt sich jedoch aufgrund der Transparenz hervorragend unterscheiden. Denn beim Achat scheint das Tageslicht durch, während es beim Jaspis nicht durchschimmert. 

Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten des Jaspis

Nach alten Überlieferungen soll durch den Jaspis die Abschirmung von Krankheiten sowie die Erneuerung von Verstand, Herz und Geist erfolgen. Er wirkt auf Blut, Nieren, Blase, Galle, Darm, Magen und Leber. Zudem hilft er bei Verdauungsproblemen und ebenso bei jeder Art von Bauchschmerzen. In manchen Kulturen tragen Schwangere sehr gern Schmuck, der Jaspis enthält. Diesen geben sie dann an anderen Frauen weiter. Der Überlieferung nach sollen die roten Varianten bei Übelkeit helfen, jedoch auch gegen die übermäßige Esslust. Man schreibt sogar den unbearbeiteten Edelsteinen eine derartige Heilkraft zu. Es wird dem Jaspis nachgesagt, dass er die Immunabwehr stärkt. Des Weiteren hat er eine hervorragende blutstillende Wirkung. Aus diesem Grund sollte man ihn stets bei sich tragen. Er stillt Blutungen und verschließt Wunden. Damit erweist sich der Edelstein als besonders wirksam bei Nasenbluten. 

Angeblich soll der Jaspis für innere Harmonie sorgen. Er fördert die Achtsamkeit. Außerdem stärkt dieser Edelstein Ausdauer und Willenskraft. Aufgrund dessen führt der Jaspis sowohl zu beruflichen als auch zu privaten Erfolgen. Er gibt Energie, welche dabei hilft, Ideen und Ziele umzusetzen. Des Weiteren soll er das Verständnis für die Mitmenschen fördern. 

Nicht nur als Heil- und Esoterikstein, sondern auch als Schmuckstein ist der Jaspis erneut im Interesse der Käufer und Forscher. Heutzutage ist er als Trommelstein, Rohstein, Anhänger, Kette, Ring, Vase, Dose, Tischplatte, Handschmeichler und Kugel erhältlich. 

Um den Jaspis als Heilstein anzuwenden, trägt man ihn auf der Haut oder legt sich diesen auf. Heilwasser, das mit dem Edelstein hergestellt wurde, soll 60 Minuten vor einer Mahlzeit zu sich genommen werden. Selbst auf dem nüchternen Magen hilft es und ist zudem noch sehr gut verträglich. Hierzu sollte der Jaspis nicht in warmes Wasser gelegt werden. Zum Trinken ist es wichtig, dass das Edelsteinwasser höchstens Zimmertemperatur hat. 

Man setzt den Jaspis auch als Aphrodisiakum bei Massagen ein. Damit soll er eine anregende Wirkung auf das sexuelle Verlangen haben. Zudem ist es möglich, ihn zum Beleben oder Steigern der Libido anzuwenden. 

Reinigung und Pflege des Jaspis

Damit der Jaspis seine Wirkungskräfte keineswegs verliert, sollte man ihn nach jeder Anwendung reinigen. Hierzu gehört ebenso das Entladen und Aufladen. Zur Reinigung ist er einfach mit warmem Wasser abzuspülen. Dadurch wird er gleichzeitig entladen. Die Aufladung erfolgt keinesfalls an der Sonne. Am besten ist es, wenn man ihn dazu während der Nacht in eine Schale legt, die mit Hämatittrommelsteinen bestückt ist. Auch Erde eignet sich sehr gut, damit der Edelstein wieder aufgeladen wird. Wer als Schmuckstein den roten Jaspis trägt, sollte ihn ein bis zweimal jeden Monat entladen. Wie bei jedem Heilstein ist die Regelmäßigkeit vom Ent- und Aufladen entscheidend, um optimal zu wirken. Zu Beginn empfiehlt es sich bestimmte zeitliche Abstände einzuhalten. Mit der Zeit entwickelt der Träger jedoch ein Gefühl dafür, wann wieder die Notwendigkeit besteht, den Jaspis aufzuladen. 

Der Jaspis in der Esoterik 

Schon seit Tausenden von Jahren besteht eine enge Verbundenheit zwischen der Astrologie und dem Edelstein. Man ordnet den roten Jaspis den Sternzeichen Skorpion und Widder zu. Er gilt als Planetenstern vom Mars. Monats- und Geburtsstein fallen zudem auf den März. Jeder, der in diesem Monat auf die Welt kam, soll mithilfe des roten Jaspis in seiner Fantasie und Kreativität gestärkt werden. Dieser wertvolle Stein bewirkt inneren Frieden und schöne Träume. Weiterhin gibt er Standhaftigkeit und steigert die Willenskraft. Allerdings spielt der Jaspis als Nebenstein eine wichtige Rolle beim Sternzeichen Steinbock, da er Zuversicht beschert und seine Aufmerksamkeit auf die ausgleichenden Dinge des Lebens lenkt. Zudem ist der Jaspis für manche andere Tierkreiszeichen eine hervorragende Ergänzung, weil er die Gelassenheit und Ruhe an weiteren Edelsteinen weitergibt. 

Während des Meditierens aktiviert der Jaspis die Selbstheilungskräfte. Meditationen mit dem Edelstein sind bei Ängsten, Stress, Übergewicht, mangelndem Erinnerungsvermögen und Schreckhaftigkeit hilfreich. Dieser Stein hat auf dem Solarplexus Chakra eine besonders gute Wirkung.