Bergkristall

Der Bergkristall sieht rein spielerisch betrachtet wie ein klarer, frostiger Eiswürfel aus. Die damaligen Griechen hielten diesen Edelstein tatsächlich für eine besondere Art von gefrorenem Wasser, demnach Eis. Daher nannten sie ihn krystallos, was Eis bedeutet. Erst im 18. Jahrhundert kam der Begriff Berg dazu, woher dieses Mineral ja letztlich stammte, und verlieh somit diesem unverwechselbaren Kristall seinen ehrenvollen Namen Bergkristall. 

Entstehung und Fundorte des Bergkristalls

Wenn das fremdstofffreie Siliciumdioxid abkühlt und dann kristallisiert, dann bildet sich hydrothermal in einer sehr reinen Form der kristalline Quarz. Es gibt völlig reine Bergkristalle, welche keine weiteren Mineralstoffe enthalten. Das Besondere bei diesem Edelstein ist, dass dessen Formen sehr unterschiedlich sind. Auch wurde festgestellt, dass die Entstehungszeiträume der Bergkristalle über Jahrtausende andauern können. Die Formen, welche sich verschiedenartig bilden, haben unterschiedliche Bezeichnungen, wie Faden-Quarz, Babylon-Quarz oder Zepter-Quarz. Bei Bergkristallen mit Einschlüssen sind wiederum weitere Namen möglich, wie Sand-Quarz, Aktinolith-Quarz oder Rutil-Quarz. 

Aus dem Mittelpaläolithikum gibt es frühe Nachweise von dem Edelstein. In Südmähren fand man ein Faustkeilblatt aus Bergkristall. Darüber hinaus kommen Artefakte von dem Mesolithikum immer wieder vor. Im Jochtal am Alpenhauptkamm gab es sehr große Funde von verwendeten Bergkristallen, wo etwa die Hälfte vom gefundenen Inventar aus diesem Stein gefertigt wurde. Für die Bildung dieser Edelsteine sind windige Gipfel und Höhlen von Gebirgen ideal. 

Der Bergkristall ist zum Beispiel oft in China, Indien, Österreich, Schweiz, Russland, Mexiko, USA und Madagaskar zu finden. In Brasilien erfolgt der größte Abbau des Edelsteins weltweit, wo es die umfangreichsten und häufigsten Vorkommen gibt. Selbst in der Bundesrepublik trifft man auf den Bergkristall insbesondere im Fichtelgebirge und in den Alpen. 

Chemische Zusammensetzung des Bergkristalls

Beim Mineral Bergkristall mit der chemischen Formel SiO2 geht es um eine Varietät von Quarz. Die Mineralien von der Quarzgruppe stechen durch die gleichen chemischen sowie physikalischen Eigenschaften und dieselbe Zusammensetzung hervor. Der Bergkristall gehört übergeordnet zu der Mineralklasse der Oxide, die in der Mineralogie gängig sind. 

Der Bruch von diesem Silikatmineral ist spröde und muschelig bei unvollkommener Sparbarkeit. Zudem ist der Bergkristall durchsichtig und verfügt über einen glasartigen Glanz. Mit der Mohshärte von sieben ist dieser Edelstein ein hartes Mineral. Seine Dichte beträgt 2,65 Gramm pro Kubikmeter. 

Mythen und Geschichte des Bergkristalls

Gerade in der griechischen Mythologie ist der Bergkristall bedeutungsvoll. Lysithea war die Tochter vom Okeanos, einem Gott gleichen und gewaltigen Strom, welcher um die Erde floss. Weiterhin war sie die Geliebte von Zeus, durch den sie schwanger wurde. Weil Lysithea sich vor Zeus fürchtete, wollte sie ihre Schwangerschaft geheim halten. Laut der Legende bat sie eine Pflanze, ein Tier und einen Stein, um sie zu unterstützen. Allerdings war nur der Stein bereit, ihre Bitte zu erfüllen. In der Schwangerschaft schloss dieser Lysithea ein und gab sie erst nach dem Entbinden wieder frei. Währenddessen weinte Lysithea viel über ihr Schicksal, welches sie diesem Stein zum Dank für dessen Hilfe vermachte. Nach der griechischen Mythologie entstand so der Bergkristall. 

Dieser Edelstein ist gemäß der indischen Mythologie mit dem Regenbogen eng verbunden. In der hinduistischen Lehre gelten die sieben Farben vom Regenbogen als die sieben kosmische Strahlen, welche die Götter aussandten, damit das Dasein aller Menschen durchwirkt wird. Edelsteine sieht man als irdische Kraftspeicher von den kosmischen Strahlen an. Jedes Mineral war entsprechend seiner Farbe einem Farbton vom Regenbogen zugeordnet. Auch bezeichnet die hinduistische Lehre die Edelsteine als die Augen der Erde, weil sie ein Geschenk von den Göttern enthalten: Alle Gottheiten gaben von sich etwas, um den Menschen mit einem Edelstein zu beschenken. Rubin, der höchste Stein von den Indern, ist mit dem Blut vom hinduistischen Gott Assura erschaffen wurden. Für alle sieben Edelsteine wirkt der Bergkristall als individueller Verstärker. Ihm wurde die Bündelung der kosmischen Strahlung zugeteilt. 

Eigenschaften und besondere Merkmale des Bergkristalls

Die Farbe vom Bergkristall ist farblos, da in dem Mineral keine farbverändernden oder farbgebenden Beimengungen beinhaltet sind. Aufgrund dessen kann sich dieser Edelstein klar von weiteren Quarzvarianten wie dem gelben Citrin, violetten Amethyst, grünen Rosenquarz oder Prasem unterscheiden. Allerdings sind gelegentlich im Bergkristall Mineralien, Flüssigkeiten oder Gase eingeschlossen. Er verfügt über eine weiße Strichfarbe. 

Dem trigonalen Kristallsystem nach kristallisiert der Bergkristall. Er bildet prismatische Kristalle in sechs Seiten aus. Deren Eden laufen pyramidal zu. Oft kommen die Kristalle des Edelsteins auch als Doppelender vor. Doppelender sind Kristalle mit vollständig ausgebildeten Kristallen. Beim Bergkristall sieht man auf einem Kristall an beiden Seiten die klassischen Pyramiden. Weit öfter wachsen die Kristalle des Edelsteins in einer Druse oder auf einer Gesteinsmatrix auf, sodass lediglich ein Kristallende ausgebildet ist. Oft gibt es Zwillinge. Die Aggregate des Bergkristalls sind körnig, derb, häufig längs gestreift und als Gruppe verfügbar. 

Bedeutung des Bergkristalls

Die Bedeutung und Heilwirkungen vom Bergkristall sind sehr vielseitig. Er gilt als einer der bedeutungsvollen Heilsteine. Der Bergkristall weist eine hexagonale Energie- und Molekülstruktur auf. Somit steht dieser als einer der Heilsteine dieser hexagonalen Energiestruktur vom Menschen in ganz spezieller Weise nahe. Je nach Form, Variante und Kristalldrehrichtung entfaltet der Bergkristall ganz unterschiedliche Wirksamkeiten. Jedoch sind aus der Sicht der Steinheilkunde leicht milchige Steine ebenso effektiv wie lupenreine Bergkristalle. Lediglich für ganz besondere Anwendungen, wie etwa die Meditation, sind besser lupenreine Bergkristalle ratsam. 

Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten des Bergkristalls

Auf den Körper hat der Bergkristall eine Wirkung, wenn es mit der Haut Probleme gibt. Ganz egal, ob Juckreiz, Neurodermitis, Sonnenbrand oder Wunden, dieser Edelstein kann helfen. Wenn es um Gürtelrose, Krampfadern, Insektenstiche und die Stärkung des Sehvermögens geht, wird ihm eine spezielle Wirksamkeit nachgesagt. Zudem kommt dieser Heilstein bei Schmerzen, wie etwa Ohrenschmerzen, Kopfschmerzen, Menstruationsbeschwerden, Rückenprobleme, Magenschmerzen, Gelenkproblemen, Verspannungen und Bandscheibenprobleme zum Einsatz. Bei Heranwachsenden hilft der Bergkristall vor allem gegen Übelkeit während des Autofahrens. Selbst auf die Verdauung soll er sich positiv auswirken. Außerdem findet er bei Zahnfleischentzündungen, Gallensteinen, Kreislaufbeschwerden und Venenentzündungen Verwendung. Weiterhin hilft der Heilstein bei Temperaturempfindlichkeiten und stärkt die Abwehrkräfte. Obendrein reinigt er die Gefäße von den schädlichen Ablagerungen. Der Edelstein bewirkt eine gleichmäßige und gute Durchblutung. 

Auch kann der Bergkristall seelisch unterstützen. Ob Selbstmitleid, Schwäche, Schreckhaftigkeit, depressive Verstimmungen, Blockaden oder auch Süchte, gegen diese negativen Zustände setzt man ihn ein. Der Bergkristall hilft bei Entscheidungen. Er schenkt den Mutlosen neue Kraft sowie nachhaltige Ausdauer. Dieser Heilstein fördert die Vernunft, Selbsterkenntnis und Wahrnehmung. Zudem kann er helfen, dass man sich und die anderen mit einer klareren Wahrnehmung sieht. Dem Träger bringt der Bergkristall ein besseres Gedächtnis und Energie. Er bewirkt einen besseren Realitätssinn. Weiterhin befreit der Heilstein von Ängsten, traumatischen Erlebnissen, Albträumen und bösen Gedanken. Darüber hinaus stellt er die natürliche Balance wieder her und schützt vor Überlastung. Außerdem soll der Edelstein den Gerechtigkeitssinn schärfen. Überdies sorgt er für ein besseres Gespür. Der Bergkristall hat eine harmonisierende und sehr entspannende Wirkung. Des Weiteren sagt eine Legende aus, dass dieser als Spitze in einer Kette, die über der Kleidung zu tragen ist, eine starke Wirksamkeit als Schutzstein vor den dunklen Energien bietet. Hierzu empfiehlt es sich, den Bergkristall auf die Höhe vom Solar Plexus anzubringen, wie das bei den Hohepriestern gebräuchlich war. 

Wegen seiner außerordentlichen Reinheit kommt der Edelstein für die Produktion von optischen Gläsern zum Einsatz. Hierzu muss dieser beschliffen werden. Außerdem eignet er sich als Prisma, weil die Lichtbrechung sehr gut ist. In der Industrie spielt er auch eine entscheidende Rolle, weil er bei der Herstellung von Glas ein Grundmaterial darstellt. Selbst die Keramikindustrie macht sich diesen Stein zunutze. Jedoch wurde der Bergkristall aufgrund seiner ausgefallenen Brech- und Leuchtkraft und seiner speziell versehenen Schliffvarianten zu einem begehrten Schmuckstein. In der Schmuckindustrie ist der Regenbogenkristall üblich. Er stellt allerdings kein natürliches Vorkommen dar, sondern gilt als das Resultat von einer Bearbeitung im Labor. Hierbei bedampft man den Stein mit Gold. Dadurch erhält er einen metallischen Farbton. Bei bestimmten Lichteinfällen erscheint dieser in den Farben vom Regenbogen. 

Es besteht die Möglichkeit, den Bergkristall als Heilstein am Körper aufzulegen, in der Hosen-, Hemd- oder Jackentasche mit sich zu führen. Auch ist das Herstellen von Heilsteinwasser ratsam, da dann zu trinken ist. Der Bergkristall wird auch zum Energetisieren in verschiedenen Räumen aufgestellt und insbesondere dazu eingesetzt, damit die Wirkung der anderen Steine entsprechend verstärkt wird. Er hilft, wenn man sehr durstig ist und dieser unter die Zunge platziert wird. Im Übrigen soll es hilfreich sein, dass man den Bergkristall fein zerstößt und mit Honig vermischt, was dann den stillenden Frauen verabreicht werden kann. Diese geben daraufhin dem Nachwuchs mehr Milch. 

Reinigung und Pflege des Bergkristalls

Im Vergleich zu den anderen Heilsteinen ist der Bergkristall weniger sensibel und energetisch kräftig. Trotz allem sollte man ihn zumindest jede zweite Woche energetisch reinigen, also entladen und aufladen. Wird der Bergkristall als Schutzstein genutzt oder in der Heilarbeit angewendet, ist es wichtig, dass er jeden Tag oder besser noch unmittelbar nach dem Einsatz gereinigt wird. Dasselbe gilt, wenn der Stein mit einer starken negativen Energie in Verbindung kommt. Der Edelstein sollte auf keinen Fall von anderen Personen berührt werden, weil er ansonsten die jeweiligen Informationen aufnimmt und oft in seiner Heilfunktion geschwächt wird. 

Der Bergkristall in der Esoterik 

Man ordnet den Bergkristall dem Scheitel-Chakra zu. Er ist die astrologische Hilfe für die Sternzeichen Steinbock, Löwe, Jungfrau und Wassermann. Es wird angenommen, dass er je nach Form über eine andere Heilwirkung verfügt. Umso größer der Edelstein ist, desto besser seine Wirkung. Man glaubt, dass nicht geschliffene, rohe Bergkristalle eher in sich die Yang-Energie vereinen, jedoch die bearbeiteten Steine die Yin-Energie. Zudem wird empfohlen, spitze Steine mit ihrer Spitze einfach nach unten zu tragen. Exemplare mit zwei Spitzen haben eine kräftigere Wirkung im Vergleich zu solchen, die nur eine enthalten.